Luftschiff Schütte Lanz Mannheim

Der erste Aufstieg des neuen starren Luftschiffs „Schütte-Lanz“ in Mannheim am 17. Oktober 1911.
Neuartig ist an dem Luftschiff die Verwendung von Holz an dem Gerippe. Der Ballonkörper hat eine Länge von 130 m bei einem größten Durchmesser von 18 m und faßt 20.000 cbm. Die beiden Motoren entwickeln je 270 P.S. (Text aus: Leipziger Illustrierte Zeitung, 1911)

Was die Leipziger Illustrierte Zeitung nicht erwähnt, ergänzt Rudolf Wolf in seinem Buch „Maybach-Motoren und Automobile im Rhein-Neckar Dreieck“ in dem Bericht über die SL I an den Tagen des 17. und 18. Oktober 1911;

Führer der SL I war Hauptmann Victor v. Müller

Die Motoren wurden nur für SL I von Daimler geliefert, es handelte sich um  J 8 L – 2 x 190 kW(260 PS) bei 1200 l/min, alle anderen Motoren der SL-Luftschiffe kamen von Maybach.

Erster Aufstieg von SL 1 in Begleitung von Prof. Schütte und mit folgender Besatzung: Höhensteuer: Ing. Müller; Seitensteuer: Dipl.Ing. Christians; vordere Motorgondel: Dipl.Ing. Bleistein, Monteur Schmidt; hintere Motorgondel: Dipl.Ing. Zapf, Monteur Siegfried, Monteur Gatting.

16:00 Motoren in Gang gesetzt – 16:50 Luftschiff aus der Halle gezogen – 17:20 in Rheinau Aufstieg und „elegante“ Runden in der Nähe der Halle in Höhen bis 220m ü.d.M.

18: 10 Notlandung im Speckgewann bei Waldsee auf der linken Rheinseite, da sich an der Steuerung ein Band gelöst gehabt hatte.

18.0ktober, also am Folgetag: nach erfolgter Reparatur und nachdem die Pioniere des 2. Pionierbataillons Speyer die „Fliegende Zigarre“ wieder flott gemacht hatten, 14:20 Wiederaufstieg in Waldsee – 14:55 kreuzt SL 1 wieder über Rheinau, um danach die Fallit über Mannheim und Schwetzingen zu erweitern. Bis zur glatten Landung um 15:20 in Rheinau war das Luftschiff an diesem Tag in gesamt etwa 20 km unterwegs gewesen und hatte Höhen von 250 m ü.d.M. erreicht. Die Besatzung war dieselbe wie am Vortag mit zusätzlich Meister Schwab am Seitensteuer.